Bild: Nachbarin Marie

Nachbarschaftshilfe bringt Maries Roller zurück auf die Straße


Ein kaputter Vergaser, mehrere spontane Schrauber-Einsätze und eine kleine Odyssee durch Berlin-Wedding: Nachbarin Marie wollte eigentlich nur ihren alten Roller reparieren. Gefunden hat sie dabei vor allem eins – echte Nachbarschaftshilfe.

Wie ein altes Moped Menschen zusammenbrachte

Manchmal beginnt eine gute Nachbarschaftsgeschichte mit einem Problem. Oder genauer gesagt: mit einem Roller, der sechs Jahre lang nur in der Garage stand.

So ging es Marie aus Berlin-Wedding. Ihr altes Moped hatte gerade einmal 500 Kilometer runter, war aber lange nicht gefahren worden. Schnell war klar: Der Vergaser war dicht, Öl und Benzin mussten gewechselt werden. Nur wie?

„Ich dachte mir: Bevor ich jetzt planlos in eine Werkstatt gehe, frage ich lieber erstmal in der Nachbarschaft nach Hilfe“, erzählt Marie. Über nebenan.de hatte sie schon öfter erlebt, wie unkompliziert Nachbar:innen sich gegenseitig unterstützen. Also machte sie einfach einen Aufruf. 

Und tatsächlich bekam sie schon kurz darauf mehrere Antworten.

Nachbarschaftshilfe statt Werkstattrechnung

Ein Nachbar kam vorbei, wechselte Öl und Benzin und nahm sogar den Vergaser mit nach Hause, um ihn zu reinigen. „Er hat sich wirklich total reingehängt“, erzählt Marie. Leider sprang das Moped trotzdem nicht an.

Doch die Geschichte ging weiter: Ein zweiter Nachbar meldete sich ebenfalls auf ihren Beitrag bei nebenan.de. Er kam mit Werkzeug, Kabelbinder und einer Ölwanne vorbei und schenkte Marie sogar noch ein Schloss für das Moped.

🤝 Viele Menschen erleben Nachbarschaftshilfe wie Marie
Im Wirkungsbericht 2025 geben über 80 % der aktiven Nutzenden von nebenan.de an, im vergangenen Jahr Nachbarschaftshilfe erhalten oder geleistet zu haben.

Klingeln, fragen, weiterhelfen

Obwohl Marie und ihr Nachbar schon viel ausprobiert hatten, war das Problem noch immer nicht gelöst. Dann erinnerte sich der Nachbar an jemanden aus dem Viertel: Vor einem Haus in der Nähe hatte er schon öfter einen jungen Mann gesehen, der an Mopeds schraubte. Vielleicht, so die Idee, könnte der weiterhelfen.

Also machten sie sich gemeinsam auf den Weg und klingelten an dem Haus. Als die Mutter der Familie öffnete, erklärten sie ihr, dass sie einen jungen Mann suchten. Sie musste lachen: „Ich habe drei Söhne – welchen meint ihr denn?“ Erst als Marie und ihr Nachbar erzählten, dass es um den Sohn ging, der öfter an Mopeds schraubt, war klar: Gemeint war der mittlere, Wael.

Und tatsächlich: Wael meldete sich direkt, kam am nächsten Tag mit seinem eigenen Moped vorbei und hatte schnell eine Vermutung. Nach wenigen Handgriffen war klar: Der Vergaser war schuld. Marie bestellte ein neues Teil, Wael baute es ein – und kurz darauf lief das Moped wieder.

Mehr als nur ein reparierter Roller

Für Marie war die Erfahrung weit mehr als eine erfolgreiche Reparatur. Sie hat nicht nur Geld gespart, sondern auch neue Menschen kennengelernt: „Es hat mir total Spaß gemacht und ich habe sogar noch etwas über Mopedschrauben gelernt“, erzählt sie.

Marie war vor allem überrascht, wie schnell aus einer kleinen Anfrage ein gemeinsames Nachbarschaftsprojekt wurde. „Ich bin einfach unglaublich dankbar, dass es nebenan.de gibt“, sagt Marie.

Und die Geschichte ging noch weiter: Als Maries Roller später erneut streikte, war Wael wieder zur Stelle. Die beiden bleiben in Kontakt – und aus einer spontanen Hilfsaktion wurde eine Nachbarschaftsverbindung, die bleibt.


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Ria Schmidt | nebenan.de

Ria arbeitet seit 2024 im Content Team von nebenan.de. Für sie bedeutet Nachbarschaft, die lokalen Läden zu unterstützen und für die Menschen im Kiez da zu sein.