Bild: Karla C. (privat)

Vertrauen zahlt sich aus: Darum unterstützen Nachbarn nebenan.de finanziell


Mehrere tausend Nutzer zahlen dem Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de einen freiwilligen „Förderbeitrag“. Umfrage-Ergebnisse zeigen: Neue Geschäftsmodelle ohne die Ausbeutung von Nutzerdaten sind im Internet möglich. Wenn der Sinn hinter dem Produkt stimmt.

Facebook, Twitter, Instagram – eigentlich sind wir es gewohnt, dass soziale Netzwerke kostenlos sind. Umso beachtlicher ist es, dass mehrere tausend Nutzer von nebenan.de dazu bereit sind, dem Nachbarschaftsnetzwerk freiwillig monatlich Geld zu zahlen.

1,1 Million Nutzer sind mittlerweile bundesweit bei nebenan.de aktiv. Mit den wachsenden Nutzerzahlen steigen auch die Kosten für die Plattform. Ende 2018 stellt nebenan.de seinen Nutzern das neue „Förder-Modell“ vor. Die Gründer des Sozialunternehmens erklären das Modell in einem ausführlichen Brief: Sie wollen, dass die Nutzung der Plattform für Privatpersonen kostenlos bleibt. Gleichzeitig lehnen sie es ab, den Betrieb der Plattform durch die Vermarktung von personenbezogenen Daten zu finanzieren, wie es viele andere Online-Unternehmen tun.

Um trotzdem die laufenden Kosten decken zu können, setzen sie als eine Säule der Refinanzierung auf die Kraft der eigenen Community.

Umfrage unter Förderern

„Warum unterstützt du nebenan.de finanziell?“ Dies war die zentrale Frage einer Umfrage unter den bisherigen Förderern. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich: Positive Erfahrungen auf der Plattform, ein hohes Maß an Vertrauen und eine Skepsis gegenüber undurchsichtigen Online-Geschäftsmodellen führen zur Zahlungsbereitschaft der Nachbarn.

"Warum föderst du nebenan.de finanziell?" Umfrage-Ergebnisse unter Förderern (Grafik: nebenan.de)

Hohes Bewusstsein für Kosten

90 % der Förderer gaben an: „Mir ist bewusst, dass ein technisches Produkt wie nebenan.de Kosten verursacht. Dieses Angebot ist mir einen finanziellen Beitrag wert.“

Eine Person begründete ihre Förderung beispielsweise so:

"Ich bin Förderer, weil es wirklich Gutes eben nicht umsonst gibt. Hier kann ich ganz real unterwegs sein, weil ich eurem Versprechen auf Datensicherheit vertraue. Das, Eure Idee und Euer Engagement ist es mir sehr wert, auch wenn mein Beitrag leider klein ist. Wirklich Gutes gibt es aber doch umsonst: Das ist das freundliche Lächeln, mit dem wir uns bei nebenan.de begegnen."

Wunsch nach transparentem Geschäftsmodell

67 % der Förderer gaben an, mit ihrem Förderbeitrag ein transparentes Geschäftsmodell unterstützen zu wollen, das nicht auf der Auswertung personenbezogener Daten beruht.

Eine der Antworten lautet:

"Ich finde diese Idee der Vernetzung von Nachbarn so großartig und möchte nicht nur "nehmen", sondern diese Idee und Arbeit der Gründer auch mit einem monatlichen Betrag wertschätzen, da dieses Konzept ohne "Tricks" und aufdringliche und ausspähende Werbung auskommt. Die angedachte Werbung für lokale Geschäfte/Läden finde ich super."

Informationen über eigenes Lebensumfeld

60 % begründen die finanzielle Unterstützung damit, dass ihnen wichtig ist, über nebenan.de wichtige Informationen zum Leben in der Nachbarschaft zu bekommen.

Eine Nachbarin schreibt:

"Ich bin begeistert. Als 75jährige kenne ich noch die Zeiten, als man an der Ecke alles bequatschte. Und das geht nun online, wie es sich für moderne Zeiten gehört. Und natürlich beteiligt man sich da mit 5,00, billiger als ein neuer Hut!"

Neue Kontakte und mehr Gemeinschaft

48 % der Förderer haben „über nebenan.de nette Menschen aus der Umgebung kennengelernt“. Viele haben das Bedürfnis, weniger isoliert in ihrem Umfeld zu leben und Anonymität und Einsamkeit zu durchbrechen. 

Diese beiden Förderer betonen diesen Aspekt des sozialen Zusammenhalts auf hyperlokaler Ebene:

"Wir sitzen zu viel alleine herum in dieser Zeit, eine gute Nachbarschaft verbindet und verhindert auch mit die Einsamkeit."

"nebenan.de hat eine Plattform geschaffen, über die ich so viele nette Menschen aus meiner Nachbarschaft kennengelernt habe. Viele Kontakte wären, obschon man nur einen Steinwurf voneinander entfernt wohnt, ohne nebenan.de wohl nie zustande gekommen. Dafür sage ich danke mit einem kleinen monatlichen Beitrag."

Zusammen für mehr Nachhaltigkeit

40 % der Förderer haben über nebenan.de erfolgreich Dinge getauscht, verliehen oder verschenkt. So entsteht das Gefühl, zur Ressourcenschonung beitragen zu können.

"Ich spende, weil ich das Modell der Nachbarschaftsförderung sowie das Ressourcen-Schonen (verschenken/leihen, Upcycling, Workshops etc.) gut finde. Damit sind wir auf einen guten Weg in eine liebevolleren Welt - danke an das Team :-)"

Feedback, das Mut macht

Die ausführlichen und teils euphorischen Rückmeldungen der Förderer machen den Gründern von nebenan.de Mut, das Fördermodell weiter auszubauen. Gründer Christian Vollmann will auch in Zukunft großen Wert auf den sinn- und gemeinschaftsstiftenden Aspekt der Plattform legen.

Nur zufriedene Nutzer, die gute Erfahrungen bei nebenan.de machen, sind auch bereit, uns mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Das Fördermodell ist noch ein zartes Pflänzchen, das wir 2019 hegen und pflegen werden.

Mehr zum Fördermodell gibt es hier im Interview. Informationen zum Geschäftsmodell gibt es u.a. hier im Gründerbrief.


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Hannah Kappes | nebenan.de

Hannah Kappes arbeitet seit 2017 im Kommunikationsteam von nebenan.de. Zuvor war sie als Journalistin und Producerin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig.

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