Zusammen durch die Krise: Warum Nachbarschaft schützt
Der erste Schritt: wissen, wer da ist
Krisenvorsorge muss nicht kompliziert sein. Oft beginnt sie mit einer einfachen Frage: Wen kenne ich in meiner Nähe und wen könnte ich im Notfall erreichen?
Ob bei Stromausfall, Extremwetter oder einer unklaren Lage im Viertel: Es hilft, wenn Informationen schnell weitergegeben werden können. Und wenn klar ist, wer vielleicht Unterstützung braucht oder selbst helfen kann.
Warum Nachbarschaft im Ernstfall hilft
Im Alltag merkt man es oft kaum. Aber wenn etwas passiert, wird Nähe wichtig: Wer wohnt nebenan? Wer hat vielleicht eine Taschenlampe, ein Radio oder ein Auto? Wer schaut kurz, ob bei einer älteren Nachbarin alles in Ordnung ist?
Forschungen der Bertelsmann Stiftung belegen seit Jahren, dass Gemeinwesen mit stärkerem Zusammenhalt – ob Nachbarschaften, Regionen oder ganze Bundesländer – ihren Bewohner:innen mehr Lebensqualität bieten, besonders in Krisenzeiten.
Das Deutsche Rote Kreuz hat mit seinem Forschungsprojekt „ResOrt" (Resilienz durch sozialen Zusammenhalt – Die Rolle von Organisationen) gemeinsam mit zwei Universitäten untersucht, wie Nachbarschaften, Organisationen und Kommunen in Krisen zusammenwirken – und kommt zum selben Schluss.
Das heißt nicht: Nachbar:innen ersetzen Feuerwehr, Rettungsdienste oder Katastrophenschutz. Aber sie können im Alltag und im Ernstfall etwas leisten, das keine Behörde allein schaffen kann: schnelle Nähe, Vertrauen und praktische Hilfe direkt vor Ort.
Vorsorge ist mehr als ein Notvorrat
Viele denken bei Krisenvorsorge zuerst an Vorräte, Taschenlampen oder wichtige Dokumente. Das ist sinnvoll. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt in seinem aktuellen Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen", sich Schritt für Schritt auf mögliche Unterbrechungen des Alltags vorzubereiten – von Notvorräten für mindestens drei bis zehn Tage bis hin zur Frage: Wer in meiner Umgebung könnte mir helfen oder selbst Hilfe brauchen?
Denn im Ernstfall hilft nicht nur, was im Schrank liegt. Es hilft auch, wenn man weiß: Da ist jemand in der Nähe, den ich erreichen kann.
Was nebenan.de dabei leisten kann
Der Wirkungsbericht von nebenan.de aus dem Jahr 2025 zeigt, wie stark die Plattform von Nutzenden als Sicherheitsnetz wahrgenommen wird:
84 % der aktiven Nutzenden sehen nebenan.de als relevanten Faktor für Krisenresilienz.
67,6 % sehen nebenan.de als zentrale Möglichkeit, sich in Krisensituationen schnell gegenseitig zu informieren.
Rund 70 % erleben, dass nebenan.de ihr Gefühl von Sicherheit und Zusammenhalt in der Nachbarschaft stärkt.
28 % wissen dank nebenan.de, wen sie im Notfall um Hilfe bitten können.
6 Schritte, mit denen ihr als Nachbarschaft vorbereitet seid
1. Sprich das Thema ruhig an
Krisenvorsorge muss nicht dramatisch klingen. Ein einfacher Einstieg funktioniert oft am besten: „Ich möchte gern ein paar Nachbar:innen kennenlernen, damit wir uns im Notfall gegenseitig unterstützen können. Wer hat Lust auf Austausch?" So bleibt die Einladung offen und niedrigschwellig – und die meisten Menschen reagieren überraschend positiv.
2. Organisiere ein erstes Treffen
Ein Treffen muss nicht groß sein. Ein Kaffee, ein Spaziergang oder eine halbe Stunde im Hof reichen für den Anfang. Wichtig ist nur: Lernt euch kennen, bevor es dringend wird. Mögliche Gesprächseinstiege:
Wer wohnt wo, und wie ist man am besten erreichbar?
Gibt es Menschen im Haus oder Viertel, die im Ernstfall Unterstützung brauchen könnten?
Wer könnte im Notfall Informationen weitergeben?
3. Sammelt wichtige Kontakte
Eine kleine Kontaktliste kann im Ernstfall viel erleichtern. Telefonnummern, bevorzugte Kontaktwege, Hinweise zur Erreichbarkeit – das hilft, wenn es schnell gehen muss. Wichtig: Alle entscheiden selbst, was geteilt wird. Die Liste bleibt in der Gruppe.
4. Schaut, wer was einbringen kann
Jede Nachbarschaft hat ihre eigenen Stärken: Technik-Wissen, ein Auto oder Lastenrad, medizinisches Grundwissen, Organisationstalent oder einfach Zeit. Solche Dinge muss man nicht erst in der Krise herausfinden.
5. Denkt an Menschen ohne großes Netzwerk
Nicht alle sind in einer Messenger-Gruppe oder bei nebenan.de aktiv. Gerade ältere Menschen, Menschen mit Einschränkungen oder neu Zugezogene erfahren wichtige Dinge manchmal später. Ein freundliches Nachfragen kostet wenig – und kann viel bedeuten.
6. Bleibt auch im Alltag verbunden
Das Netzwerk ist nicht nur für Krisen da. Es trägt auch im normalen Alltag – beim Ausleihen, Informieren, Helfen. Genau daraus wächst das Vertrauen, das im Ernstfall zählt.
Nachbarschaft macht uns stark – auch in der Krise
Eine gut vernetzte Nachbarschaft kann Krisen nicht verhindern. Aber sie kann helfen, Informationen schneller zu teilen, Unterstützung besser zu organisieren und ruhiger zu bleiben, weil man weiß: Ich bin nicht allein damit.
Fang einfach an. Ein erstes Gespräch auf dem Flur, eine Nachricht in der Gruppe – manchmal reicht das schon. nebenan.de hilft dir dabei, die Menschen in deiner Nähe zu finden und Kontakte aufzubauen, die im Alltag guttun und im Ernstfall zählen.
Bereit, deine Nachbarschaft kennenzulernen? Komm zu nebenan.de, Deutschlands größtem Netzwerk für Nachbar:innen.
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