Im Hamburger "Stephanus Garten" treffen sich Nachbarn zum Gärtnern und Schnacken. Aber bis dahin war es ein langer Weg. Im Video erzählt Initiator Ralf, wie aus dem ersten "wilden Gärtnern" eine Oase echter Gemeinschaft wurde.

Tüfteln, experimentieren und sich vom Ergebnis überraschen lassen - das ist es, was Ralf am Gärtnern fasziniert. Schon 2012 schloss er sich mit seiner Nachbarin Christine zusammen, um ein "Urban Gardening" Projekt am Hamburger Lutterothplatz auf die Beine zu stellen. Doch die Organisation eines Nachbarschaftsgartens war schwieriger als gedacht. Wie nebenan.de den Knoten zum Platzen brachte, erzählt Ralf im Video:

Aller Anfang ist schwer

Alles fing damit an, dass Christine auf der Grünfläche neben der Stephanus Kirche Blumensamen verstreute und beobachtete, ob sie zu blühen beginnen. Nach kurzer Zeit begeisterte sie ihren Nachbarn Ralf für ihre Idee, gemeinsam in der Nachbarschaft zu gärtnern. Zusammen versuchten sie, weitere Nachbarn für ihr "Urban Gardening" Projekt zu gewinnen. Denn nur zu zweit würde es schwierig werden, das Projekt zu stemmen.

Ralf kannte zu dieser Zeit nur wenige Nachbarn in seinem Haus und in seiner Straße. Nachbarn einzeln anzusprechen und zum Mitmachen einzuladen, war sehr aufwändig für ihn. Es gab zwar viele Nachbarn, die sich über die neuen Pflanzen in ihrem Viertel freuten - doch meist reichte ihre Bewunderung nicht aus, um tatsächlich mit anzupacken.

Am Anfang ist es ja auch ungewohnt, mit relativ fremden Nachbarn ein gemeinsames Projekt anzugehen. Viele Nachbarn waren sich vielleicht nicht sicher, ob sie auch wirklich willkommen sind in unserem Gartenprojekt.

Digitales Netzwerk bringt den Stein ins Rollen

Das Blatt wendete sich, als Ralf sich bei der Nachbarschaftsplattform nebenan.de anmeldete. Über das Online-Netzwerk war es plötzlich ganz einfach, viele Nachbarn mit ähnlichen Interessen gleichzeitig zu erreichen. Schnell wurde Ralf klar, dass er genau hier nach Mitstreitern für den Stephanus Garten suchen musste.

Auf nebenan.de gründete Ralf eine Gruppe namens "Urban Gardening" und lud die Nachbarn außerdem zu regelmäßigen Treffen ("Klönschnack") ein, um sich persönlich kennenzulernen und über Wünsche und Ideen zu sprechen. Für Ralf war es vor allem die Kombination aus Online und Offline, die den Stein ins Rollen brachte.

Wenig später hatten Ralf und Christine mehrere Nachbarn gefunden, die Lust hatten, sich ins Beet zu wagen und mit anzupacken.

Aus grau wird wow

Heute hat Ralfs "Urban Gardening" Gruppe auf nebenan.de rund 40 Mitglieder; zehn davon treffen sich jeden Samstagnachmittag am Beet. Die Koordination und Absprache zwischen den helfenden Händen ist durch die Gruppe unkompliziert und übersichtlich geworden.

Wenn die Pflänzchen versorgt, das "Beikraut" gezupft und die Hände gewaschen sind, gehen die Nachbarn meist nicht gleich getrennter Wege. Sie lassen den Nachmittag gemeinsam bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein ausklingen.

Ralf und seine Nachbarn bringen nicht nur Farbe ins Viertel, sondern schaffen mit ihrem Stephanus Garten einen Ort für echte Gemeinschaft: Bei schönem Wetter wird der Garten mit Bänken und Tischen zum Nachbarschaftstreffpunkt umfunktioniert. Jeder ist eingeladen, sich dazuzusetzen und Getränke oder etwas zu essen mitzubringen. Auch Passanten bleiben gerne für einen kleinen Plausch am Gartenzaun stehen. Aus netten Nachbarn sind gute Freunde geworden, die sich über den Gemeinschaftsgarten hinaus verabreden.

Dieses neue Gemeinschaftsgefühl ist es, was dieses Viertel zu meinem Viertel macht.

Ein wahrer Schatz im Viertel

Ralf ist sich sicher: eine gute Nachbarschaft bildet die Basis für ein erfolgreiches und glückliches Zusammenleben. Der Wert einer funktionierenden Gemeinschaft werde häufig unterschätzt. Auch wenn das Viertel um den Hamburger Lutterothplatz auch vor dem Gartenprojekt nicht komplett anonym war, hat sich trotzdem sehr viel verändert. Aus Smalltalk sind wertvolle Gespräche geworden - und aus dem nebeneinander wohnen ein miteinander leben.

Ralf beschreibt die neue Hilfsbereitschaft und Nähe als wahren Schatz, der das Viertel einzigartig macht. Jeder bringt seine eigenen Interessen und Vorkenntnisse mit, aber nur gemeinsam kann ein Projekt wie der Stephanus Garten auch tatsächlich fruchten.

Der Garten ist nicht nur ein schönes grünes Fleckchen Erde inmitten einer Metropole. Er ist gemeinsame Arbeitsstätte, Erholungsort und Treffpunkt einer neu belebten Gemeinschaft.


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Hannah Kappes | nebenan.de

Hannah Kappes arbeitet seit 2017 im Kommunikationsteam von nebenan.de. Zuvor war sie als Journalistin und Producerin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig.