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Hilferuf in Hamburg: Claudias Nachbarschaft tröstet in dunklen Stunden


Hilfe – Hat mal jemand eine Umarmung übrig? Ich dreh bald durch" schreibt Claudia bei nebenan.de. Sie fasst in einem dunklen Moment all ihren Mut zusammen und sucht Trost in ihrer digitalen Nachbarschaft. Die vielen aufbauenden Worte ihrer Nachbarn rühren sie zutiefst und helfen ihr, sich weniger allein zu fühlen.

Laut Studien fühlt sich jeder zehnte Mensch in Deutschland einsam. Doch in düsteren Stunden denken wir schnell, dass wir mit diesem Gefühl allein auf der Welt sind. So erging es auch Claudia aus Hamburg Ottensen.

Claudias Hilferuf bei nebenan.de (Screenshot: nebenan.de)
Claudias Hilferuf bei nebenan.de (Screenshot: nebenan.de)

Als sie sich wegen einer persönliche Krise einsam fühlte, sucht sie online bei nebenan.de Hilfe bei ihren Nachbarn. Sie schrieb: „Hilfe! Hat mal jemand eine Umarmung übrig? Ich dreh bald durch“. Schon wenige Minuten später meldeten sich die ersten Nachbarn. „Umarm, Umarm, Umarm. Na, wo drückt der Schuh, wo klemmt die Seele?“ schrieb ein Nachbar...

...und ein anderer: „Hilft ein Katzenfoto? Wir schauen gerade Tatort“. Immer mehr Nachbarn schlossen sich mit virtuellen Umarmungen und tröstenden Worten an.

Claudias Nachbarin Birgit erkannte den Beitrag als echten Hilferuf und schrieb: „Ich hoffe, es geht dir besser. Du bist nicht allein hier! Brauchst du eine Gesprächspartnerin? Ich höre zu. :-)) Bitte gebe eine Rückmeldung! Ein Hilferuf wird ernst genommen.“ 

Claudia viel es schwer, ihre Bedrückung in Worte zu fassen: „Ich hab keine Worte mehr. Es überflutet mich gerade alles. Ich brauch jemanden, der mich in Arm nimmt und mir sagt, dass ich nicht überflüssig in dieser Welt bin.“ Auch auf diesen Kommentar folgten viele weitere aufmunternde Worte, Bilder und Hilfsangebote; insgesamt erhielt Claudia über 30 Antworten auf ihren Hilferuf.

Von den vielen Rückmeldungen aus ihrer Nachbarschaft ist sie noch immer ganz gerührt:

Dass sich so viele Nachbarn bei mir gemeldet haben hat sehr geholfen. Ich habe gemerkt, dass ich nicht alleine sein muss, wenn es mir mal schlecht geht

Von virtueller Hilfe bis zum echten Gesprächspartner

Doch bei der virtuellen Hilfe auf nebenan.de blieb es nicht: Noch am selben Abend nahm Claudia das Angebot von ihrer Nachbarin Birgit an, ihr zuzuhören. Bei einem ausführlichen Telefonat mit Birgit fand Claudia Trost und Unterstützung. „Der Anruf hat ganz viel geholfen“, erzählt sie.

Am nächsten Tag trafen sich die beiden noch einmal bei einer Tasse Kaffee zu einem persönlichen Gespräch. Außerdem hat Claudia sich noch mit drei anderen Nachbarn getroffen, um sich über das Leben mit allen großen und kleinen Problemen und Freuden auszutauschen. „Es hat gut getan zu sehen, dass es auch anderen Menschen manchmal so geht wie mir. Jeder ist mal verzweifelt und fühlt sich einsam, man muss sich nur darüber austauschen, dann merkt man, man ist nicht allein.“ 

Nachbarschaftliche Anteilnahme spendet Trost

Claudia bedankt sich am nächsten Tag ausführlich bei ihren Nachbarn auf nebenan.de.

Claudia bedankt sich bei ihren Nachbarn (Screenshot: nebenan.de)
Claudia bedankt sich bei ihren Nachbarn (Screenshot: nebenan.de)

„Ich hatte gestern eine tiefe Krise und musste mich irgendwie und wo mitteilen. Ich bin echt mehr als gerührt, wie viele Resonanzen ich bekommen habe. Es hat so gut getan, dass Gefühl zu haben nicht alleine mit meinem Schmerz, in diesem Kosmos, zu sein. Gestern habe ich noch ganz lange mit Birgit telefoniert und mich heute mit ihr getroffen, danke dafür. Ich musste einfach einmal wieder, mit ganz normalen Menschen reden und ihr alle habt euren Anteil dazu beigetragen. Ich hätte niemals mit so viel Anteilnahme gerechnet. Danke dafür und viele liebe Grüße Claudia“

Hilfe beruht auf Gegenseitigkeit

Nachbarschaftshilfe funktioniert für Claudia in beide Richtungen. Sie ist seit März 2018 bei nebenan.de angemeldet und hat seitdem schon viele schöne Begegnungen erlebt. Sie hat schon oft Hilfe von ihren Nachbarn bekommen, auch bei praktischen Dingen wie einem geschenkten Regal. Sie findet es schön, dass man sich dort so einfach gegenseitig hilft.

Momentan hütet Claudia die beiden Katzen einer Nachbarin. Der Kontakt kam durch die tröstende Antwort auf Claudias Hilferuf zustande. Außerdem hat Claudia schon bei der Reparatur eines Fahrrades geholfen und im Gegenzug eine Gitarre geschenkt bekommen. Mit einer älteren Nachbarin trifft sie sich regelmäßig zum Tee trinken. „Wir sind auf einer Wellenlänge und das Alter spielt gar keine Rolle. Es tut einfach gut sich auszutauschen“, erzählt Claudia.


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Tags Created with Sketch. Nachbarschaftshilfe Solidarität Einsamkeit
Johanna Meinel | nebenan.de

Johanna Meinel unterstützt das Kommunikationsteam von nebenan.de seit April 2018. Die Masterstudentin hat zuvor ihren Bachelor in den Fächern Skandinavistik und Volkswirtschaftslehre abgeschlossen.

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