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Mitgründerin Ina Remmers wird Geschäftsführerin bei nebenan.de


Deutschlands größte Online-Plattform für Nachbarn erweitert die Führungsriege um Mitgründerin Ina Remmers. Im Interview erzählt Ina, was sich durch ihre neue Position verändert und wie das Unternehmen in Sachen Gleichberechtigung bereits jetzt Vorreiter in der Branche ist.

Ina, ihr habt nebenan.de 2015 zu sechst gegründet und arbeitet seitdem eng als interdisziplinäres Team zusammen. Was hat euch dazu bewogen, die Geschäftsführung um ein drittes Mitglied zu erweitern? 

Unser Sozialunternehmen beschäftigt aktuell rund 70 Mitarbeiter*innen, betreibt 4 Nachbarschaftsplattformen in 4 Ländern, zählt allein in Deutschland rund 1,3 Millionen Nutzer und hat mit der nebenan.de Stiftung eine gemeinnützige Tochter gegründet … Man kann also sagen, wir sind ganz schön gewachsen in den vier Jahren seit unserer Gründung. 

Wie am ersten Tag glauben wir an die gesellschaftliche Wirkung einer guten Nachbarschaft und möchten langfristig dazu beitragen. Das gesamte Team leistet jeden Tag herausragende Arbeit. 

Als Gründer und Geschäftsführer ist es unsere Aufgabe die Vision zu leben und jeden Einzelnen zu befähigen einen guten Job zu machen. Nur so kommen wir gemeinsam voran.

Damit wir auf Führungsebene unsere Kraft und Stärken bestmöglich einsetzen, war es wichtig, die Verantwortung für diese Unternehmung auf mehrere Schultern zu verteilen. 

Du hast als Mitgründerin von nebenan.de bereits seit Tag 1 die Kommunikation zur Plattform verantwortet. Wie verändert die neue Position deinen Verantwortungsbereich?

Wir haben nicht von einem Tag auf den anderen alles auf den Kopf gestellt. Im Gegenteil. Das Wachstum von nebenan.de und die damit einhergehenden Veränderungen sind im Vergleich zu anderen Start-Ups sehr organisch. Auch meine Verantwortung und mein Wirkungsbereich sind mit der Firma gewachsen. 

Für mich ist es auch heute noch selbstverständlich, mit meinen Stärken da anzupacken, wo es nebenan.de in der jeweiligen Phase voranbringt.

So betreue ich seit Tag 1 auch unser Hilfe-Team – unsere wichtigste Schnittstelle zu den Nachbarn – und seit einiger Zeit auch die Themen Personal, Nachbarschaftsaktivierung, Engagement und Online-Marketing. 

Neben Till und Christian bist du nun die erste Frau in der Geschäftsführung. Was bringst du als Frau in die Geschäftsführung mit ein?

Das ist vielleicht auch eine gute Frage für Till und Christian. Ich bin kein großer Freund davon, geschlechterspezifische Unterschiede aufzulisten. Das würde den Stärken jeder einzelnen Person, ganz unabhängig vom Geschlecht, nicht gerecht. Aber ich glaube, dass wir in dieser 3er-Konstellation ein ziemlich gutes und sich ergänzendes Trio sind. 

Neben meiner fachlichen Expertise für Marke und Kommunikation zeichnen mich sicher ein sehr guter innerer Kompass, Fokus auf das Wesentliche und Empathie aus. Das ist vielleicht doch recht weiblich ;) 

Als Mitgründerin und Geschäftsführerin eines erfolgreichen Startups nimmst du eine Vorbildfunktion für andere Frauen ein. Was kannst du Frauen, die eine Führungsposition anstreben, mit auf den Weg geben?

Denkt immer vor allem daran, was ihr könnt und was ihr wollt. Besteht auf euer Recht bei gleicher Leistung auch gleich behandelt zu werden. 

Löst euch von teilweise auch unbewussten Gedanken wie „Ich bin eine Frau, was heißt das? Wie muss ich mein Verhalten anpassen? Und kann ich überhaupt ‚mithalten‘?“ hin zu „Ich bin Ina/Sabine/Ayse, ich kann das.“

Auch wenn ihr viele Situationen erleben werdet, in denen euch euer Gegenüber ein anderes Signal sendet. Allem voran sind wir erstmal alle Menschen und dann erst Frau, Mann oder keines von beidem. 

Manchmal habe ich leider den Eindruck, dass uns übermäßiges Geschlechtergerede in gewisser Weise auch lähmt oder zu ziemlich krampfigen Entscheidungen – auch auf politischer Ebene – führt. Ich habe erst kürzlich ein interessantes Interview mit Melinda Gates gesehen, in dem sie berichtet wie die Quote der weiblichen Computer Science Studenten zu ihrer Zeit in den 80ern schon mal bei 23% lag. Damals spielte die Geschlechterdebatte überhaupt keine Rolle. Heute sind es 11% - das ist doch interessant, oder? Natürlich müssen wir Missstände, die ganz offensichtlich existieren, diskutieren und offen benennen. Aber mir fehlt oft auch ein wenig die Zuversicht und das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen für diese Problematik – die übrigens für andere Minderheiten mindestens genauso gilt. 

Eine für mich entscheidende Maßnahme – an der alle arbeiten sollten, die in Führungspositionen und im Personalbereich sind - sind gemischte Teams. Denn auch zu Hochzeiten von 23% weiblichen IT-Studenten entstanden daraus statistisch gesehen noch zu viele rein männliche Teams. Und je häufiger wir auf Teams stoßen, die nur aus Männern oder Frauen bestehen, umso beständiger nähren wir die Vorurteile. 

Ich bin stolz, dass bei nebenan.de die Hälfte der Teamleiter*innen weiblich sind und auch ein Drittel unserer Produkt-&IT-Abteilung weiblich ist. Und zwar weil sie allesamt fachlich und menschlich top sind!

Da sind wir dann doch schon mal weiter als in den 80ern ;) 

Und mein letzter Rat– der ist übrigens geschlechtsunspezifisch: Sucht euch Mentoren und Vorbilder – egal ob weibliche oder männliche!


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Hanna Weck | nebenan.de

Hanna Weck arbeitet seit April 2019 bei nebenan.de in der Kommunikation. Zuvor hat sie vielfältige Erfahrung als Kommunikations- und Projektmanagerin bei unterschiedlichen Organisationen gesammelt.

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