Wie fühlt es sich an, alles zu verlieren? Diese Frage stellte sich Anne aus Berlin, nachdem es in ihrer Nachbarschaft einen schweren Brand gab. Kurzerhand startete sie eine Hilfsaktion über nebenan.de. Vor allem eine temporäre Unterkunft wird noch dringend gesucht.

Es ist ein Horror-Szenario: Ein Feuer bricht aus, Rauchschwaden steigen auf, die Feuerwehr rückt mit Blaulicht an. In der Rudolf-Schwarz-Straße im Berliner Prenzlauer Berg wurden bei einem Großbrand am Pfingstmontag mehrere Menschen schwer verletzt. 

Anne wohnt nur wenige Meter von dem Wohnhaus entfernt, in dem der Brand im 2. Stock ausbrach. Sie möchte helfen und fordert derzeit ihre Nachbarn mit einem Hilferuf bei nebenan.de dazu auf, die Personen zu unterstützen:

Anne startet Hilfsaktion bei nebenan.de (Bild: Screenshot nebenan.de)

"Liebe Nachbarn,

vielleicht habt ihr mitbekommen, dass es vor einigen Tagen, am 21.05.2018 zu einem schweren Brand in unserer Nachbarschaft (Rudolf-Schwarz-Straße) gekommen ist. Gott sei Dank ist dabei niemand tödlich, aber dennoch leider schwer verletzt worden.

Könnt ihr euch vorstellen, neben der verlorenen Gesundheit, von einem auf den anderen Tag plötzlich ggf. euer ganzes Hab und Gut zu verlieren? Vor dem „Nichts“ zu stehen?

Uns hat diese Vorstellung so berührt, dass wir deshalb diese kleine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen haben. DIE IDEE Wer ebenso empfindet wie wir und etwas Hilfe leisten möchte, kann sich bis zum 06.06.2018 Gedanken machen, wie er die Betroffenen unterstützen kann und möchte – alles ist möglich und freiwillig!

Vielleicht ein paar Textilien, Haushaltsgeräte/ -helfer, Möbel, Handwerksdienstleistungen, Umzugshelfer, eine freie Bleibe oder einfach ein offenes Ohr?

Schickt uns eure jeweiligen Unterstützungsmöglichkeiten inklusive Name, Anschrift, Telefonnummer und/ oder Mail-Adresse direkt an unser separat dafür eingerichtetes Mail-Postfach: Brand-Nachbarschaftshilfe@web.de

Nach Ablauf der Frist tragen wir alle freiwilligen Helfer mit deren Angebot in einer Liste zusammen, hübschen alles etwas auf und übergeben diese dann entweder persönlich oder aber über die Polizei an die Betroffenen. Somit wissen alle Brandopfer – hierzu zählen übrigens auch die Personen, welche ober- und unterhalb der Brandwohnung leben, da ebenso Brand- oder Wasserschäden das Leben erschweren – , dass sie nicht alleine sind und können sich bei Bedarf an uns wenden.

Wir nehmen dann zu den entsprechenden Helfern Kontakt auf, um alles weitere in die Wege zu leiten. Wir freuen uns auf viele Helfer und eine gute Nachbarschaft! DANKE "

Betroffen ist auch die Familie, die oberhalb der Hauptbrandwohnung lebt. Sie musste ihre Wohnung wegen Rußschäden verlassen. Die Familie mit zwei kleinen Kindern ist temporär in einem Hotel untergebracht - kann dort aber nur noch wenige Tage bleiben.

Insbesondere die Familie mit den zwei kleinen Kindern braucht derzeit dringend eine vorübergehende, nach Möglichkeit möblierte Unterkunft, vorerst für mindestens einen Monat. Die Wohnungsgesellschaft zahlt deren derzeitigen Aufenthalt im Hotel nur noch bis zum kommenden Montag, den 03. Juni 2018.

Schon wenige Minuten nach ihrem Beitrag bei nebenan.de meldeten sich die ersten Nachbarn, bedankten sich bei Anne für ihre Initiative und kommentierten, inwiefern sie helfen möchten. Anne konnte der Familie im Hotel bereits einiges an Spielzeug sowie kleine Alltagshelfer, wie einen Fön, Wasserkocher und ein Babyphone übergeben.

Weitere Angebote, die wir noch fleißig sammeln, reichen von kleinen Haushaltshelfern über Möbel, Dienstleistungen, Textilien, Technik, bis hin zu finanziellen Spenden.

Jetzt ist echte Nachbarschaftshilfe gefragt! Kannst auch du helfen? Richte deine Angebote direkt an Brand-Nachbarschaftshilfe@web.de.

Anne und wir bei nebenan.de bedanken uns für jede Unterstützung!


Nachbarn helfen sich in guten und in schweren Zeiten. Wie gut kennst du deine?
Werde jetzt Mitglied bei nebenan.de, Deutschlands größtem Netzwerk für Nachbarn.

Jetzt Registrieren
Hannah Kappes | nebenan.de

Hannah Kappes arbeitet seit 2017 im Kommunikationsteam von nebenan.de. Zuvor war sie als Journalistin und Producerin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig.