Bild: ichspringimdreieick.de
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Garten-Sharing: Teile deine grüne Oase mit deinen Nachbarn


Ein eigener Garten ist im Corona-Alltag ein wahrer Segen – besonders für Großstädter und Familien mit Kindern. Jan-Paul aus Hamburg teilt seinen Garten jetzt mit seinen Nachbarn: Er bietet ihn bei nebenan.de für Kinder zum Spielen an. Nachmachen erwünscht!

Jan-Paul aus Hamburg (Bild: privat)

„Im Moment sind Orte zum Spielen für kleine Kinder mit viel Bewegungsdrang in den Städten absolute Mangelware“, erzählt Jan-Paul aus Hamburg.

Er ist einer von rund 36 Millionen Menschen in Deutschland, die laut Statista einen privaten Garten besitzen – in der Corona-Krise ein echter Luxus, findet er.

Ein Luxus, den er in dieser schwierigen Zeit gerne mit anderen teilen möchte.

Über die Nachbarschaftsplattform nebenan.de bietet er seinen Nachbarn Zeit in seinem Garten an.

Der Wert eines Gartens ist für Familien mit Kindern im Moment einfach unglaublich viel höher. Wir haben viel Platz, den wir gerne teilen.

Naherholung in der Nachbarschaft: „Gartenzeit“ teilen

Die Nachfrage seiner Nachbarn ist groß – so groß, dass Jan-Paul sich ein Garten-Ausleih-System ausdenkt.

(Screenshot: nebenan.de)

„Hallo liebe Community, wir haben einen großen Garten (~250qm) in Eimsbüttel, den wir gerne Familien mit Kindern zum Spielen zur Verfügung stellen möchten, da die Spielplätze gesperrt sind.

Damit immer nur eine Familie Zugang hat und soziale Distanz gewährleistet ist, habe ich einen Doodle angelegt. Zugang zum Garten bekommt ihr durch die Pforte an der Seite des Hauses. Kommt dann einfach für die Zeit vorbei, die ihr Euch rausgesucht habt.

Es gibt eine Sandkiste und viel Rasenfläche, aber nicht viel Spielzeug etc. Das müsstet ihr selbst mitbringen.“

Damit sich die Besuche der Nachbarn sich nicht überschneiden hat er bei Doodle einen Zeitplan erstellt, in dem Nachbarn einen Termin für ihre „Gartenzeit“ eintragen können.

Familien mit Kindern können jeweils eine Stunde am Tag „Spielen im Garten“ kostenlos „buchen“ und so unter Wahrung der sozialen Distanz die Sonne bei Jan-Paul im Garten genießen.

Dankbarkeit für geteilten Garten in der Nachbarschaft

Das kostenlose Angebot wird in der Nachbarschaft bejubeltund gerne angenommen. Schon am nächsten Tag spielen Kinder im Sandkasten, Schaukeln und toben sich aus.

Und auch in den nächsten Wochen kommen täglich Familien aus der Nachbarschaft zum Spielen in Jan-Pauls Garten vorbei.

Am Osterwochenende verstecken sogar mehrere Nachbarsfamilien nacheinander ihre Ostereier in seinem Garten.

Jan-Paul freut sich, dass er seinen kleinen Nachbarn und ihren Eltern eine Verschnaufpause vom Corona-Alltag bieten kann:

Jan-Pauls Garten in Hamburg (Bild: privat)
Es ist schön, dass wir einen kleinen Beitrag zur gegenwärtigen Situation leisten können. Es ist toll zu sehen, wie sich die Kinder über Rasen, Schaukel und Sandkiste freuen.

Kannst du auch einen Garten verleihen? So geht „Garten-Sharing“

„Ich würde mich sehr freuen, wenn wir weitere Menschen in großen Städten inspirieren, ihre Gärten zu öffnen und „Gartenzeit" zu verschenken“, erzählt Jan-Paul. Er hat eine kleine Anleitung fürs​ „Garten-Sharing“ erstellt.

  • Wann ist Garten-Sharing erlaubt?

    Voraussetzung für das Corona-konforme Teilen von Gärten ist, dass der Garten während der "Verleihzeit" nur von den Besuchern betreten wird und der Eigentümer selbst im Haus bleibt oder unterwegs ist.

    Außerdem müssen alle Besucher in einem gemeinsamen Haushalt leben. Auch dürfen keine Gärten angeboten werden, die man nicht betreten kann, ohne vorher durch eine Wohnung laufen zu müssen. Mehr dazu hier.

  • Garten-Terminplan erstellen

    Voraussetzungen erfüllt? Los geht! Als erstes solltest du ein Konto bei einem Terminplanungsdienst wie z.B. Doodle.comanlegen. Dann kannst du eine Terminumfrage erstellen. Wähle im Kalender jeweils ein- bis zweistündige Zeitfenster nach Wunsch.

    Bei den Einstellungen ist es wichtig, dass du die „beschränkte Teilnehmer pro Option“ auf 1 setzt. So kann immer nur eine Partei die gewählte Uhrzeit reservieren.

    Im Anschluss erstellst du einen Link zum Doodle, den du dann mit deinen Nachbarn teilen kannst – am einfachsten über nebenan.de.

  • Nachbarn über nebenan.de einladen

    Schreibe einen Beitrag in deiner Nachbarschaft bei nebenan.de und biete deinen Nachbarn „Gartenzeit“ an. Beschreibe in deiner Mitteilung die Rahmendaten (wie und wann ist dein Garten zugänglich?) und füge am besten ein schönes Bild von deinem Garten hinzu.

    Setz den Link zum Doodle-Terminplaner im Beschreibungstext ein. Interessierte Nachbarn können ganz einfach über den Link ihre persönliche „Gartenzeit“ reservieren. Besprecht alle Details am besten per Privatnachricht.

„Gut an diesem Prozess ist, dass ich so gut wie nichts mit dem Buchungsprozess zu tun habe und das bis jetzt auch perfekt ohne mein Zutun funktioniert. Das heißt, es gibt keine wahrnehmbaren Terminüberschneidungen im Garten und kaum Leerbuchungen, zu denen reservierte Familien nicht erscheinen“, erzählt Jan-Paul.

Natürlich kannst du die Anmeldungen deiner Nachbarn auch direkt bei nebenan.de entgegennehmen und selbst verwalten.

Auf der sicheren Seite

Sabine Schork in ihrem Garten (Bild: privat)

Sabine vom Familienblog „Ich spring im Dreieck“ verleiht ihren Garten ebenfalls an Familien mit Kindern. Ihr ist dabei wichtig, dass sich beide Parteien sicher fühlen. Ein Kennenlern-Telefonat hilft dabei,Vertrauen aufzubauen.

Sabine empfiehlt: Bevor ein Garten für die Nachbarn geöffnet wird, sollte aufgeräumt und Gegenstände, an denen sich die Kinder verletzten könnten, weggeräumt werden.

Sabine kennt die Bedenken mancher Nachbarn, wenn es um das Thema Haftung geht. Was, wenn sich jemand auf meinem Grundstück verletzt?

Deshalb bietet sie ein simples Formular an, das bei der Klärung hilft:

Außerdem hat Sabine vom Innenministerium die Erklärung eingeholt, dass Garten-Sharing während Corona offiziell erlaubt ist:

Zum Garten-Sharing zugelassen sind laut Innenministerium alle Gärten, die einen externen Zugang haben – sodass die Besucher auf dem Weg in den Garten nicht die Wohnung durchqueren müssen.

Über die Seite www.datschlandia.de können Kleingärten-Pächter und Saison-Gärtner zusammenfinden: Kleingarten-Besitzer finden hier helfende Hände für die anfallenden Arbeiten im Garten. Im Gegenzug können sich Menschen, die keinen eigenen Garten haben, am Wochenende mit Gärtnern die Zeit vertreiben oder einfach nur im Grünen entspannen. Eine echte Win-Win-Situation!


Willst du deinen Garten auch mit deinen Nachbarn teilen?
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Johanna Falkenstein | nebenan.de

Johanna unterstützt das Kommunikationsteam von nebenan.de seit April 2018. Unter anderem beschäftigt sie sich mit Begegnungsformaten in der Nachbarschaft – online und offline.