Foto: Ralf Schütze

"Bereicherung meines Lebens" – Hans-Peter blickt auf zwei Jahre bei nebenan.de zurück


Seit den Anfangstagen von nebenan.de ist Hans-Peter aus München-Schwabing auf der Nachbarschaftsplattform aktiv. In den letzten zwei Jahren hat er viel mit seinen Nachbarn erlebt – online und offline. Jetzt zieht er Bilanz.

In seiner Nachbarschaft "Schwabinger See" bei nebenan.de schreibt Hans-Peter:

Rückblick auf 2 Jahre nebenan

Liebe Nachbarn,
erinnert ihr euch noch?

2 Jahre und zwei Wochen ist es her, als wir uns zum erstenmal zum Schwabinger SeeLeute Stammtisch im Stengelhof getroffen haben. Ich finde, das lohnt einen Rückblick.

2016, Anfang Juni, flatterten die Zettel einer Nachbarin mit einem Code drauf ins Haus, mit dem man sich bei nebenan.de kostenlos registrieren konnte. Ich war schon dabei, den Zettel wegzuwerfen, als mich unser liebes Löttchen im Büro besuchte und fragte, ob ich auch so einen Zettel im Briefkasten gefunden hätte. Man könne sich doch mal anmelden und sehen, was das wird...

Und was ist es geworden?! Mit einer Art Flashmobparty am Schwabinger See haben sich ca. 40 Frischregistrierte, umgeben von einer Ameisenschar, zu einer ersten Schnupperparty mit mitgebrachten Kuchen und Wein getroffen. Man sah bekannte und unbekannte Gesichter und manch neues sympathische Gesicht - danach leider nie mehr.

Dort wurde die Idee eines Stammtisches geboren und der fand am 23.06.2016 im besagten Stengelhof statt und er lebt! Immer noch! Auch wenn wir schon nach unserem ersten Treffen von der Wirtin dort zu "personae non gratae", unerwünschten Personen, erklärt wurden, weil wir zu wenig Umsatz machten. So zogen wir nach Diskussionen zum Brunnwart um, der bis heute unser SchwabingerSeeLeuteSommerQuartier ist.

Damals kamen von den anfänglich ca. 200 Nachbarn knapp 10% zum Stammtisch. Heute sind wir 3157 Nachbarn mit den angeschlossenen Nachbarschaften. Kämen heute 10%, müssten wir die Veranstaltung vielleicht beim KVR anmelden. Heute kommen im Schnitt nur noch knapp 0,5% aller registrierten Nachbarn.

Im ersten Winter, als man uns angesichts der zahlreichen Weihnachstfeiern und des zu erwartenden Ausbruchs von Reichtum beim Brunnwart nicht mehr haben wollte, zogen wir, die anscheinend meist nur Leitungswasser und Beilagenwechsel konsumierenden Nachbarn ins Winterquartier ESTARE, wo wir uns bis heute noch wohlfühlen, um. So mancher Krach wurde am Stammtisch gefochten, "fast wia im richtigen Leben" halt. Doch wir wären nicht die Nachbarn, die wir zusammengewachsen sind, wäre es nur beim Stammtisch geblieben.

Es folgten Ausflüge zum Bauernhof, nachbarschaftliche Treffs bei Nachbarn zu Hallo Wien, Ostern, Silvester, die schon fast zur Tradition gewordene "Besser als weinsam"-Weihnachstfeier für Einsame oder die Stammtisch-Themen-(Tanz)Partys im Lihotzky. Und es entstand ein Kegelkern, Salzgrottenrelaxer, Tanzabend, Stadtgemüse und Theater, das manche auch ohne Ankündigung und fester Bühne als Improvisationstheater beim Stammtisch oder hier online veranstalteten.

Unsere gefühlte Imkeraußenstelle in Garching steht uns mit Honig und Rat zur Seite. Sogar mit einem nebenan-Messestand waren wir auf dem streetlife 2017 vertreten. Wir schützen Schwäne, Insekten, Wasservögel und Bienen und schärfen unsere Wahrnehmung durch lehrreiche Beiträge zur Natur. Unsere Nachbarschaft verfügt, den vielen Einträgen nach zu schließen, inzwischen wahrscheinlich über das beste Babysitting-Gassi-gehen-Netz aller Nachbarschaften.

Zahlreiche Freundschaften wurden geschlossen und gingen wieder auseinander. Wir haben inkludiert und exkludiert, bei Umzügen und Reparaturen geholfen oder einfach nur dem Nachbarn zugehört. Auch ein kleines aber feines foodsharing-Netz haben wir aufgebaut.

Unter uns lebt wohl der berühmteste Anwalt der Republik, der sich nicht zu fein ist, sich zwischen zwei Plädoyers zu uns an den Stammtisch zu setzen oder einfachen Nachbarn zu helfen. Wir haben einige der besten Fotographen und wir haben ein edles Küchenstudio, das sich nicht zu vornehm ist, adventsfeierliche Herberge für zwei Dutzend Nachbarn zu geben.

Wir verdienen ein Lob des Vorbeugenden Brandschutzes der Münchner Feuerwehr, denn wir befreien Speicher und Keller dank der unzähligen Marktplatzeinträge von enormen Brandlastpotential. Selbst abgekaute Bleistifte und gebrauchte Seifen finden noch Abnehmer. Das ist wahre nachbarschaftlich gelebte Nachhaltigkeit! Und bestimmt habe ich nur die Spitze der Aktivitäten hier aufgezählt.

Und nun meine Frage an euch? Ist das nicht wunderbar! Können wir uns ein Leben ohne nebenan.de überhaupt noch vorstellen? Für mich ist es, nachdem Frau und Kinder aus dem Gröbsten raus und (fast) aus dem Haus sind, eine wunderbare Bereicherung meines Lebens.

Alle, die ihr hier registriert seid, ganz gleich ob ihr euch mehr oder minder aktiv beteiligt oder mir nur die Chance gebt, mich wieder über euere Marktplatzeinträge aufzuregen, euch allen danke ich für diese gelebte Nachbarschaft und wünsche uns noch viele schöne nachbarschaftliche Erlebnisse.

Euer HP


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Hans-Peter Bergmann | Engagierter Nachbar

Hans-Peter aus München ist nebenan.de Nutzer der ersten Stunde und berichtet in seinen Gastbeiträgen von den Erlebnissen mit seinen Nachbarn.

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