Anja lebte lange in der Innenstadt von München und musste dann wegen einer Eigenbedarfskündigung umziehen. Am Stadtrand fand die 51-Jährige eine neue Bleibe – aber erst mal keinen Anschluss. Zum Glück hat sich das geändert, wie sie selbst erzählt:

„Ich hatte mir schon lange gewünscht, mehr im Grünen zu wohnen – und der Münchner Stadtteil Solln ist nahe am Wald gelegen. Hier stehen noch viele uralte Bäume, und durch die Gärten hoppeln Eichhörnchen – echt schön. Nur kannte ich hier nach meinem Umzug erstmal keine Menschenseele."

Nachbarn kennenlernen, bei denen man einfach abends noch mal vorbeischauen kann, ohne vorher lange in Bus und U-Bahn zu sitzen… das wär’s! Aber in der ersten Zeit hatte ich keinen Schimmer, wie ich das anstellen sollte. In Gottesdienste gehen? Mitglied im Schützen- oder Reitverein werden? Hm. Kam alles nicht so richtig in Frage.

"Dabei bin ich eigentlich ein ziemlich offener Mensch und bin es nicht nur durch meinen Beruf als Hörfunkjournalistin gewohnt, auf Menschen zuzugehen. Natürlich hab’ ich gute Freunde in anderen Stadtteilen, aber ich wollte eben auch einfach liebe Menschen in meinem Stadtteil kennenlernen.

Spaziergang, Radtour und Spontanpicknick

Aber dann ging plötzlich alles ganz schnell: In einem Gespräch habe ich von der Plattform nebenan.de gehört und mich dort im Herbst 2015 angemeldet. Über einen Stammtisch, organisiert auf nebenan.de , habe ich auf einen Schlag supernette Leute kennengelernt, die eben wirklich alle NEBENAN wohnten. Wie schön! Auf einmal war vieles ganz unkompliziert.

Jetzt genieße ich es, wenn ich im Sommer auf dem Balkon sitze und eine nette Nachbarin mit ihrem Hund vorbeikommt und mir zuruft: "Kommste mit spazieren?". Ich freu mich, wenn ich spontan zu einem Fest zwei Straßen weiter eingeladen werde. Wenn wir im Frühling eben mal zusammen in den Wald radeln, um an einem Weiher Kaulquappen zu bewundern. Oder wenn es im Sommer ein Spontanpicknick an der Isar gibt.

Die Nachbarschaft von Müll befreien

Aber nicht nur genießen ist in Gesellschaft (meistens) schöner. Mich hat beim Radfahren immer wieder genervt, wie viel Plastikmüll, Kippen usw. in der Natur herumliegen. Über nebenan.de habe ich zu einem Müllsammel-Treff (neudeutsch „Clean-Up“) aufgerufen. Ich hatte keine Ahnung, ob so etwas auf Resonanz stößt. Aber dann kamen gleich beim ersten Treffen im Februar zwölf Nachbarn, die helfen wollten – klasse!

Nach einer Stunde hatten wir einen ganzen Berg an Müll gesammelt – und in Gemeinschaft macht so etwas natürlich eindeutig mehr Spaß! Seitdem habe ich solche Treffen immer wieder mal organisiert, und immer wieder gab es Menschen, die gerne eine Stunde lang mit anpacken wollten. Das mag ich an nebenan.de: Wenn ich eine Idee habe, kann ich sie dort einfach reinstellen und abwarten, was passiert …

Helfen, teilen, schenken

Überhaupt: So vieles, was auf dem Land vielleicht „über den Gartenzaun hinweg“ geklärt wird, lässt sich in einer anonymen Millionenstadt via nebenan.de regeln.

Ich hab’ dort etwa einen lieben Nachbarn gefunden, der sich erbarmt hat und meine Deckenlampe montierte – vorher baumelten da nur ein paar Drähte. Meine Gemüsereste bringe ich nun ab und zu einer älteren Dame, die damit ihre Hühner füttert.

Zum Lohn gibt’s ein nettes Schwätzchen – und auch mal ein Ei. Und als ich von einer Kollegin erfahren hatte, dass sich eine afghanische Familie in Solln Spielzeug für ihre zwei kleinen Kinder wünscht, habe ich auf nebenan.de einfach nachgefragt, wer vielleicht etwas Spielzeug übrig hat. Berge von Legosteinen, Kinderbücher, Puzzles und Würfelspiele wurden gespendet. Die Dinge, die vorher nur ungenutzt in Kellern herumlagen, durfte ich als Weihnachtsfrau an die zwei kleinen Kinder weitergeben – schön wars.

Und zurzeit bin ich schon eine ganze Weile lang krank. Auch da sind liebe Nachbarn Gold wert …“

Anja S. aus München Solln


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Hannah Kappes | nebenan.de

Hannah Kappes arbeitet seit 2017 im Kommunikationsteam von nebenan.de. Zuvor war sie als Journalistin und Producerin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig.