Bild: Manuela Mankus

Kultur-Treffpunkt der Nachbarschaft: Manuelas Buchhandlung in Nürnberg


Manuelas „Bücherwurm“ ist seit über 20 Jahren fester Bestandteil der Nürnberger Nachbarschaft „Zabo“. Treue Kunden aus dem Viertel helfen ihr auch über schwere Zeiten hinweg. Als sie mit dem Laden an eine neue Adresse umzieht, packen alle mit an.

90 Wannen randvoll mit Büchern, Regale, Tische, Deko – das gesamte Inventar des „Bücherwurms“ soll an diesem Herbsttag an die neue Adresse im Nürnberger Viertel Zerzabelshof umziehen. Statt ein Umzugsunternehmen begrüßt Inhaberin Manuela eine Gruppe aus Freunden, Familie und Kunden aus der Nachbarschaft vor ihrer Buchhandlung. Sie alle wollen heute beim Umzug helfen.

„Am Vormittag hab‘ ich die Helfergruppen eingeteilt, meine Mutter hat alle mit Kaffee versorgt. Innerhalb kürzester Zeit waren die Kisten in die Transporter geladen. Das ging schneller als ich je gedacht hätte!“

Bild: Manuela Mankus
Manuela und Steffi beim Umzug vom "Bücherwurm"

Zwei turbulente Jahrzehnte in der Nachbarschaft

Nach über 20 Jahren gilt Manuelas Buchhandlung im Stadtteil „Zabo“ als Institution. Der Bücherwurm ist nicht nur Treffpunkt für Bücherfreunde, sondern ein Ort für kulturelle Veranstaltungen und Begegnung. 1997 hat Manuela den Bücherwurm eröffnet, ganz in der Nähe ihrer Wohnung. „Deshalb ist mir der Stadtteil auch so wichtig, ich bin hier sehr verwurzelt.“

Lange laufen die Geschäfte gut. Doch als 2012 der Boom im Online-Buchhandel in Zabo ankommt, steht ihr Laden kurz vor dem Aus. Manuela erinnert sich:

Es ging total bergab. Ich dachte: Wenn das so weiter geht, kann ich dicht machen!

So weit will sie es nicht kommen lassen. Sie geht mit einem emotionalen Appell in die Offensive, startet eine "Unschließbar-Tour" und klebt ihr ganzes Schaufenster mit Packpapier zu. Darauf die Aufschrift: „Zabo ohne Bücherwurm? Sie entscheiden!“

Zu dieser Zeit müssen jede Woche Buchläden schließen, weil die Kunden lieber Bücher vom Sofa aus bei Amazon & Co. bestellen. „Es war ein Drama. Die Buchhandlungen wurden regelrecht ausradiert!“, sagt Manuela.

Viele Kunden seien sich der Konsequenzen ihrer Kaufentscheidungen nicht bewusst. Deshalb informiert sie die Lokalpresse über ihre Aktion; diese bringt einen großen Bericht über den bedrohten Laden.

Und der schlägt ein wie eine Bombe.

Rückenwind aus der Nachbarschaft

„Das ging wie ein Beben durch Zabo! Viele Leute sind in den Laden gekommen, haben gesagt, wie leid es ihnen tut und dass sie ab sofort wieder nur bei mir ihre Bücher kaufen.

Viele Kunden beteuern, dass der Bücherwurm auf keinen Fall schließen dürfe, da Manuela so viel für die Nachbarschaft tue. Manuela ist gerührt von der Anteilnahme – und tatsächlich lässt der Aufschwung nicht lange auf sich warten. Nach kurzer Zeit kann sich der Bücherwurm von der Flaute erholen und Manuela ihre Schulden bei Freunden und Familie zurückzahlen.

Dann die nächste Herausforderung. Lange fühlt sich Manuela wohl an der Zerzabelshofer Hauptstraße. Doch die Straße verändert sich mit der Zeit: Immer mehr Händler schließen ihre Läden altersbedingt, immer weniger Laufkundschaft kommt am Bücherwurm vorbei. "Die Straße war irgendwann tot und ich war fast der letzte Laden hier."

Deshalb entschließt sich Manuela 2018, den Standort zu wechseln und zieht 200 Meter weiter an eine belebtere Straße im Stadtteil. "Die Bushaltestelle ist jetzt direkt vor der Tür, da fallen die Leute quasi vom Bus in den Laden."

Partystimmung zur Wiedereröffnung

Angebot bei nebenan.de
Angebot bei nebenan.de

Am Umzugstag ist um 14 Uhr alles geschafft. Die Helferteams haben die Kisten ausgepackt, Bücher alphabetisch in die Regale einsortiert, Manuela hat kurz Zeit zum Verschnaufen.

Zur Wiedereröffnung lädt Manuela die ganze Nachbarschaft ein – offline und online. Auch bei nebenan.de kündigt sie den großen Tag an: Für alle Nachbarn soll es 10% Rabatt, Sekt und ein kleines Geschenk geben.

Auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de ist Manuela schon lange aktiv. Dort hat sie sogar jemanden gefunden, der die 130qm Laminat aus dem alten Laden haben möchte und selbst ausbauen will.

Diese Hilfsbereitschaft, das Geben und Nehmen, das finde ich ganz toll bei nebenan.de!

Am Tag der Wiedereröffnung kommt Manuela kaum zur Ruhe. "Das war wie im Bienenkorb. Der Laden hat den ganzen Tag gebrummt."

Besonders am Herz liegt Manuela das große rote Sofa, das einladend im neuen Laden steht. Hier versammeln sich am Eröffnungstag Alt und Jung, neue und alte Nachbarn im fliegenden Wechsel. "Zabo hat kein eigenes Kulturzentrum. Deshalb will ich hier einen richtigen Begegnungsort fürs Viertel schaffen."

Große Pläne für die Zukunft

An Ideen für Kulturveranstaltungen fehlt es Manuela nicht. Lesungen, Schreibwerkstätten für Kinder, Literaturzirkel, Buchvorstellungen und vieles mehr ist geplant.

Kürzlich hatte sie den Ex-FC Nürnberg Trainer Hans Meyer im "Bücherwurm" zu Gast. Bei nebenan.de gab es einen richtigen Run auf die letzten Plätze, denn auch dort kündigt Manuela ihre Veranstaltungen an.

Das will sie auch in Zukunft beibehalten. "Ich möchte gerne mit meinem Geschäft offiziell bei nebenan.de vertreten sein und die Nachbarn zu meinen Veranstaltungen einladen."

Seit Mitte November können sich lokale Geschäfte kostenlos ein Gewerbeprofil bei nebenan.de anlegen und Nachbarn für einen fairen Preis auf ihre Angebote hinweisen. Ab acht Euro ist beispielsweise ein Veranstaltungshinweis für die eigene Nachbarschaft möglich.

Christian Vollmann, Gründer von nebenan.de: "Lokale Händler sind ein wichtiger Bestandteil für lebendige Nachbarschaften. Fallen sie weg, sinkt die Lebensqualität und wichtige Begegnungsorte fehlen. Deshalb wollen wir jetzt lokales Gewerbe und die Nachbarn bei nebenan.de näher zusammenbringen."


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Hannah Kappes | nebenan.de

Hannah Kappes arbeitet seit 2017 im Kommunikationsteam von nebenan.de. Zuvor war sie als Journalistin und Producerin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig.

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