Bild: streubar

Hilfsaktion für lokale Gewerbe: Ladenbesitzer und Selbstständige bedanken sich bei ihren Nachbarn


Während des „Kauf nebenan!"-Monats unterstützten Nachbar*innen ihre Lieblingsläden mit Gutschein-Käufen. So kamen mehr als 500.000 Euro für rund 1.000 lokale Gewerbe zusammen. Fünf Ladenbesitzer*innen und Selbstständige berichten, wie ihnen die Aktion in dieser herausfordernden Zeit geholfen hat.

Von Restaurants über Kinos bis hin zu Sportstudios – lokale Gewerbe treffen die Corona-Einschränkungen dieses Jahr besonders schwer. 

Nach der erfolgreichen „Kauf nebenan!“-Aktion im Frühjahr rief das Nachbarschaftsportal nebenan.de im Rahmen des „Kauf nebenan!"-Monats (21.11. – 21.12.20) erneut dazu auf, Kleingewerbe, Dienstleister*innen und Freiberufler*innen in der Nachbarschaft mit einem Gutschein-Kauf zu unterstützen.

Das Besondere daran: Auf jeden Gutschein-Kauf gab es 20% obendrauf – sowohl für das lokale Gewerbe als auch für die Kundin oder den Kunden. PayPal stellte dafür einen Bonus-Topf mit 250.000 Euro zur Verfügung. 

Wir haben bei den Ladeninhaber*innen und Selbstständigen nachgefragt, wie es ihnen in der Corona-Krise ergeht und was die Gutschein-Aktion bei Ihnen bewirkt hat. 

Mit Flexibilität durch die Krise 

„Das Krisenjahr war bisher ein Wechselbad der Gefühle”, berichtet Joachim, Inhaber von Laufsport Saukel im Allgäu. Nach dem großen Schock im März und April folgten mit den Sommermonaten einige positive Monate. Die halfen Joachim und seinem Team dabei, den ersten Lockdown einigermaßen zu verdauen. 

Bild: Joachim Saukel
Bild: Joachim Saukel

Der zweite Lockdown stellt für Joachim erneut eine große Herausforderung da. Es ist maximale Flexibilität gefragt. Vor allem, um gegen die starke Konkurrenz im Internet anzukommen.

Als großes Glück beschreibt Joachim die Unterstützung seiner Nachbar*innen und Stammkund*innen, auf die er in der Krise zählen kann.

Ein treuer Kunde machte Joachim auf die „Kauf nebenan“-Aktion aufmerksam. „Wir waren sofort total begeistert”, freut sich Joachim. „Das ist Unterstützung, die wirklich ankommt.”

Besonders gut findet Joachim, dass dank des Bonus auch für die Käuferin oder den Käufer ein direkter Mehrwert besteht. „Schließlich sind es unsere Kund*innen, die uns mit ihrer Treue auch künftig durch die Krise bringen werden“, betont Joachim. 

Corona-bedingt geschlossen

„Ich muss zugeben, dass ich die Aktion anfangs skeptisch betrachtet habe, weil es in so einer schwierigen Zeit einfach zu schön klang, um wahr zu sein”, erzählt Juliane. Sie betreibt seit Oktober 2014 in Würzburg ihr Pole Dance Studio „Vertical Pole-Aerial-Dance” mit einem mittlerweile 8-köpfigen Team. 

Bild: Juliane Marx
Bild: Juliane Marx

2020 war für sie, wie für so viele, kein einfaches Jahr. Insgesamt fünf Monate musste ihr Studio dieses Jahr schon Corona-bedingt geschlossen bleiben.

„Zum Glück darf ich mich über große Unterstützung von meinen Schüler*innen freuen – was alles andere als selbstverständlich ist und mich sehr dankbar macht”, sagt Juliane.

Und dennoch: Mit jedem zusätzlichen Tag, an dem die Türen des Studios geschlossen bleiben, nimmt die Unterstützung ab und staatliche Hilfen lassen oft lange auf sich warten.

Die „Kauf nebenan!-Aktion“ stimmt Juliane trotz allem hoffnungsfroh:

Die „Kauf nebenan!"-Aktion hat mich einige Nächte ruhig schlafen lassen. So schnell und unkompliziert kommt finanzielle Hilfe sonst definitiv nicht.

Nachhaltiger Konsum – auch in der Krise 

Streubar ist ein Unverpacktladen in Hamburg, der Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs ohne Verpackungen anbietet. Die Gründer*innen Malte, Ute und Nadine haben sich unter anderem über die Nachbarschaftsplattform nebenan.de kennengelernt. 

Nadine, Malte und Ute in der Streubar
Nadine, Malte und Ute in der Streubar

Ihr gemeinsames Ziel: Menschen für nachhaltigeres Leben und die Reduktion von Müll im Alltag zu sensibilisieren.

Normalerweise funktioniert das nebenbei: über den Plausch mit den Kund*innen beim Einkauf, Workshops und regelmäßige Themenabende zu Nachhaltigkeitsthemen.

Doch all das ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr möglich. „Aktuell darf immer nur eine geringe Anzahl an Kund*innen zeitgleich im Laden sein und das Warten draußen kann in den Wintermonaten unangenehm werden”, berichtet Nadine.

„Dies hat zur Folge, dass einige erst gar nicht den Weg zu uns auf sich nehmen und unser Laden zu manchen Zeiten nicht ausgelastet ist.”

Als Lebensmittelladen, der vergleichsweise wenig von den Einschränkungen betroffen ist, wollen sich Malte, Ute und Nadine jedoch nicht beklagen. Über die Unterstützung durch die „Kauf nebenan!"-Aktion freuen sie sich dennoch: 

„Durch die Initiative werden Kund*innen und der lokale Handel extrem unterstützt. Wir als junges Unternehmen sind total froh, dass diese Aktion ins Leben gerufen wurde, und so glücklich, dass unsere Kunden hinter uns stehen und uns unterstützen. Vielen Dank!”  

Nur gemeinsam sind wir stark 

„Nur gemeinsam sind wir stark!” – so lautet das Motto von Ulli und Nikos, die in ihrem griechischen Restaurant Leandros in Hamburg-Sasel ihre Gäste mit griechischen Speisen verwöhnen. 

Bild: Leandros-Team
Bild: Leandros-Team

Doch je länger die Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen andauert, desto schwerer fällt der Optimismus. Ulli gibt zu: „Neben den fehlenden Einnahmen fehlt uns allen im Moment der intensive Kontakt zu unseren Gästen: Gespräche, der Spaß – all das, was unsere Arbeit auch ausmacht! Nicht nur die reine Essensausgabe – wie jetzt!”

Da kommt die Nachbarschafts-Hilfsaktion von nebenan.de gerade zum richtigen Zeitpunkt: „Wir sind total dankbar für diese tolle Idee, die uns hilft, uns nicht alleingelassen zu fühlen. Durch die „Kauf nebenan!"-Aktion spüren wir – trotz Abstand – deutlich den Beistand und die Solidarität unserer Gäste in dieser schwierigen Zeit.”

Die Krise legt das Kerngeschäft lahm 

„Für die Aktion braucht man ja eigentlich nicht zu werben. Jeder mit ein bisschen Menschenverstand lässt doch als Kund*in keine 20 % Bonus aus”, schmunzelt Robert. 

Bild: Robert Prinz
Bild: Robert Prinz

Robert Prinz, renommierter Braumeister aus Oberhaching, gilt als Urvater der Craftbier-Szene. Vor einigen Jahren machte er sich selbstständig und braut in seiner hauseigenen Brauerei – einem umgebauten Stall – sein Stadlbräu-Bier. Doch sein Kerngeschäft liegt woanders: Braukurse, Eventplanung rund ums Bier und Bierbrauen. Auch als Berater für kleine und mittelständische Brauereien ist er tätig.

All das fällt aufgrund der Kontakteinschränkungen seit Monaten weg. Seit Beginn der Pandemie ist Roberts Umsatz, trotz Fokus auf Produktion und Bierverkauf, um bis zu 75% zurückgegangen – auf staatliche Hilfen wartet er vergeblich.

Die „Kauf nebenan!"-Aktion stimmt Robert Prinz hoffnungsvoll: „Jetzt ist zumindest eine kleine Kundenbindung vorhanden und aufgrund der Gutscheine sind die Kund*innen auch gerne bereit, etwas mehr für das komplett handgemachte Bier auszugeben.“ 

Die Gutschein-Aktion ist abgeschlossen, aber „Kauf nebenan!“ geht weiter. Bleibe als Gewerbe auf dem Laufenden: Melde dich jetzt kostenlos auf kaufnebenan.de an.


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Rosanna Steyer | nebenan.de

Rosanna verstärkt das Kommunikationsteam von nebenan.de seit März 2020. Sie studiert im Master an der Freien Universität Berlin und schloss zuvor ihren Bachelor im Fach Theaterpädagogik ab.

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