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nebenan.de feiert 2-Millionen-Meilenstein – ein Blick hinter die Kulissen


Im Juni 2021 feierte das Nachbarschaftsnetzwerk den sechsten Geburtstag. Jetzt knallen die Sektkorken erneut – gefeiert werden 2 Millionen Nutzer:innen! Gründerin Ina Remmers verrät im Interview mehr über den Weg von nebenan.de bis zu diesem Meilenstein.

Ina Remmers, Mitgründerin und Geschäftsführerin von nebenan.de
Ina Remmers, Mitgründerin und Geschäftsführerin von nebenan.de

Ina Remmers gründete im Juni 2015 gemeinsam mit fünf Mitgründern die Nachbarschaftsplattform nebenan.de. Das Sozialunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, in der Stadt und auf dem Land Menschen zusammenzubringen – erst online, dann offline.

Sechs Jahre später nutzen mehr als 2 Millionen Menschen in Deutschland nebenan.de: Sie vernetzen sich in ihrer Nachbarschaft, leisten gegenseitig Hilfe, verleihen, tauschen und verschenken Dinge. Im Vordergrund steht dabei nach wie vor eines: das gemeinschaftliche Miteinander unter Nachbar:innen.

Ina, mit welchen Emotionen blickst du heute auf nebenan.de?

Ina: Ich bin voller Stolz, Freude und manchmal auch fast ungläubig, dass wir es mit unserer Idee und dem gesamten Team so weit gebracht haben. 2 Millionen Menschen. Oder wie es eine Kollegin schön verglichen hat: Das sind 5% aller Haushalte in ganz Deutschland und mehr Menschen als Lettland Einwohner hat.

Es war und ist aber natürlich eine Menge Arbeit. Die letzten sechs Jahre waren geprägt von Herzblut, Fleiß, Liebe zum Detail – und Menschen, die an unsere Vision einer lebendigen Nachbarschaft glauben. nebenan.de wächst beständig und mittlerweile sind wir nicht nur Deutschlands größtes Nachbarschaftsnetzwerk, sondern eine echte Alternative zu den großen sozialen Netzwerken aus Übersee mit einer sozialen Mission sowie einem transparenten Geschäftsmodell um langfristig sozial wirken zu können – made in Germany.

Darauf bin ich wirklich stolz und ich bedanke mich bei allen, die in den vergangenen 6 Jahren zur Entwicklung von nebenan.de beigetragen haben.

Während der Corona-Pandemie sind Nachbarschaftshilfe und Solidarität wichtiger denn je. Wie sieht es mit der Hilfsbereitschaft bei nebenan.de aus?

Ina: Für uns war es beeindruckend zu sehen, wie viele Nachbar:innen gleich zu Beginn des ersten Lockdowns reagiert haben und ihren Nachbar:innen bei nebenan.de Hilfe – etwa beim Einkaufen – angeboten haben. Die Anzahl der Hilfsangebote war im März 2020 zehnmal so hoch wie üblich! Gemeinschaft, Solidarität und nachbarschaftliche Unterstützung zählten aber schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie zu den wichtigen Themen bei nebenan.de.

Ich glaube, dass viele Menschen erkannt haben, dass die zunehmende Individualisierung in der Gesellschaft nicht ewig so weitergehen kann. Wir müssen wieder mehr Gemeinschaft wagen und darauf vertrauen, dass etwas Gutes dabei herauskommt, wenn man in Kontakt tritt.

Das zeigt sich täglich in den vielen nachbarschaftlichen Begegnungen, die über nebenan.de zustande kamen und kommen: Stammtische und Nachbarschaftstreffen, Handarbeits- und Sportgruppen – insgesamt gibt es heute über 45.000 Interessens- und Hobby-Gruppen bei nebenan.de. Außerdem wurden bisher rund 225.000 Veranstaltungen von Nachbar:innen für Nachbar:innen organisiert, mehr als 1,2 Mio. Gegenstände verschenkt und 5,7 Mio. Mal „Danke“ unter den Nachbar:innen verteilt.

Bei nebenan.de sind neben privaten Nutzer:innen auch lokale Gewerbe und gemeinnützige Organisationen vertreten. Auch einige Städte und Kommunen nutzen die Plattform zur Bürger:innenkommunikation. Welche Rolle spielen diese unterschiedlichen Akteur:innen für nebenan.de?

Ina: Von Tag eins war es unsere Vision, alle Akteur:innen einer Nachbarschaft miteinander in Austausch zu bringen und bei nebenan.de zu vernetzen: Nachbar:innen, lokal ansässige Gewerbesoziale OrganisationenStädte und Kommunen.

Lokale Gewerbetreibende wirtschaften nicht nur in, sondern auch für ihre Viertel. Wir verhelfen ihnen bei nebenan.de zu mehr Sichtbarkeit. So tragen wir dazu bei, dass auch die Menschen gesehen werden, die hinter diesen Geschäften und Konzepten stehen. Unter dem Motto „Kauf nebenan“ machen wir die Nachbar:innen darauf aufmerksam, wie wichtig lokale Händler:innen und Dienstleister:innen für das Leben in der Nachbarschaft sind.

Beitrag bei nebenan.de
Beitrag bei nebenan.de

Kommunale Verwaltungen, wie das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, treten über nebenan.de mit Bürger:innen im Bezirk in Dialog. Das Ziel: Mehr Menschen erreichen, mehr Bürgernähe und Informationsaustausch schaffen. Eine klassische Win-Win Situation, zu der wir mit unserer Plattform beitragen.

Mit den Organisationsprofilen ermöglichen wir Vereinen und gemeinnützigen Initiativen, die sich schon lange für lebendige Nachbarschaften engagieren, die Nachbarschaft besser in ihr Wirken einzubeziehen. Gemeinsam stärken wir das Ehrenamt und verhelfen lokalen Akteur:innen zu mehr Sichtbarkeit.

Mittlerweile stehen rund 140.000 lokale Gewerbe sowie 9.500 Organisationen und Vereine auf nebenan.de im direkten Austausch mit ihren Nachbar:innen.

Mit 2 Millionen Nutzer:innen hat nebenan.de sich noch stärker als die führende Nachbarschaftsplattform in Deutschland etabliert. Was wünscht du dir für die nächsten Jahre nebenan.de?

Ina: Langfristig haben wir uns mit nebenan.de zum Ziel gesetzt, Quartiere zu beleben und den sozialen Zusammenhalt auf lokaler Ebene zu stärken: Online wie offline. Meine Mitgründer und ich sehen die Digitalisierung als Chance: Mit innovativer, digitaler Kommunikation gelingt es, Begegnungshürden im echten Leben abzubauen und Nachbarschaften zu lebendigen Orten der Gemeinschaft zu gestalten.

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir mit nebenan.de noch mehr Menschen in ihren Nachbarschaften zusammenbringen. Egal ob teilen, tauschen, gemeinsame Aktivitäten oder regelmäßiger Austausch – indem wir das nachbarschaftliche Potenzial bündeln, kann sich für alle die größte mögliche soziale Wirkung entfalten.

Was sind besonders schöne Geschichten, die dir in den letzten sechs Jahren bei nebenan.de begegnet sind?

Inés und ihre Nachbar:innen bauten für den obdachlosen Micha ein "Little Home" (Bild. privat)
Inés und ihre Nachbar:innen bauten für den obdachlosen Micha ein "Little Home" (Bild. privat)

Ina: Da gibt es viele! Aber besonders berührt haben mich nachbarschaftliche Hilfsinitiativen, wie beispielsweise die von Inés und ihren Nachbar:innen: Sie haben gemeinsam dafür gesorgt, dass der obdachlose Micha nach Jahren auf der Straße wieder ein Dach über dem Kopf bekam. Oder die vielen verlorenen Gegenstände, wie das Kuscheltier Pauli, die über nebenan.de den Weg zurück nach Hause gefunden haben.

Außerdem freue ich mich jedes Jahr über die tausenden Nachbarschaftsfeste, die am Tag der Nachbarn in ganz Deutschland stattfinden. Und ganz besonders auch über die vielseitigen nachbarschaftlichen Aktionen im Rahmen unserer Weihnachts-Initiative WEIHNACHTEN NEBENAN, die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfinden wird.

Aber auch die kleinen Hilfen zwischendurch, die Empfehlungen von Nachbar:innen für Ärzte in der Nähe, das Verleihen einer Leiter, die Hilfe bei einer kleinen Reparatur oder das Verschenken von Ungenutztem sind für das starke Miteinander bei nebenan.de wichtig. Für all diese großen und kleinen nachbarschaftlichen Initiativen möchte ich mich bedanken:

Danke, dass ihr dabei seid und euch in der Nachbarschaft aktiv für mehr Miteinander einsetzt! Ohne euch wäre nebenan.de nicht das was es heute ist: ein Ort der Gemeinschaft.

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Johanna Meinel | nebenan.de

Johanna Meinel unterstützt das Kommunikationsteam von nebenan.de seit April 2018. Unter anderem beschäftigt sie sich mit Begegnungsformaten in der Nachbarschaft – online und offline.

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